{"id":1143,"date":"2016-08-10T08:43:08","date_gmt":"2016-08-10T06:43:08","guid":{"rendered":"http:\/\/bi-wollenberg.org\/?p=1143"},"modified":"2026-03-20T08:37:50","modified_gmt":"2026-03-20T07:37:50","slug":"bi-rettet-den-wollenberg-legt-stellungnahme-zum-ffh-gebiet-vor","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/bi-wollenberg.de\/index.php\/2016\/08\/10\/bi-rettet-den-wollenberg-legt-stellungnahme-zum-ffh-gebiet-vor\/","title":{"rendered":"BI \u201eRettet den Wollenberg\u201c legt Stellungnahme zum FFH-Gebiet vor"},"content":{"rendered":"<p>Die BI \u201eRettet den Wollenberg\u201c hat im Rahmen der Erarbeitung des mittelfristigen Ma\u00dfnahmenplans f\u00fcr das FFH-Gebiet \u201eLahnh\u00e4nge zwischen Biedenkopf und Marburg\u201c eine Stellungnahme gegen\u00fcber der Oberen Naturschutzbeh\u00f6rde beim Regierungspr\u00e4sidium Gie\u00dfen eingereicht. Darin werden f\u00fcr den Bereich Wollenberg sowie Gro\u00dfer und Kleiner Heimbergskopf auf Basis eigener Erfassungen der forstwirtschaftlichen Nutzungspraxis vor Ort zahlreiche Diskrepanzen zu den naturschutzrechtlichen und -fachlichen Anforderungen sowie in Teilen erhebliche Beeintr\u00e4chtigungen des FFH-Gebiets festgestellt. Zudem wurden zehn Handlungsempfehlungen formuliert, mit denen k\u00fcnftig eine FFH-vertr\u00e4gliche Waldbewirtschaftung m\u00f6glich wird.<\/p>\n<p>Managementma\u00dfnahmen m\u00fcssen nach den Bestimmungen der FFH-Richtlinie den \u00f6kologischen Erfordernissen der in einem Gebiet vorkommenden Arten und nat\u00fcrlichen Lebensraumtypen entsprechen. Bislang bestanden f\u00fcr das FFH-Gebiet, dem der Wollenberg sowie Gro\u00dfer und Kleiner Heimbergskopf zugeh\u00f6ren, solche nicht, konnte der Landesbetrieb Hessen-Forst sozusagen nach Gutd\u00fcnken wirtschaften. Unsere Erfassungen zeigen, dass Sch\u00e4den insbesondere aus industrieller Forstwirtschaft mit entsprechender Befahrung durch schwere Holzernte- und Vorlagerungsmaschinen resultieren. Diese reichen (wie aus den Abbildungen teilweise ersichtlich) von langfristig sch\u00e4digender Bodenverdichtung und Kontamination mit Betriebsstoffen bis hin zu entw\u00e4ssernder Gleisbildung und bodenmechanischem Grundbruch. Nicht ausgeschlossen sind auch Schlammfluten und \u00dcberschwemmungen in den gebietsanrainenden Ortschaften.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\" https:\/\/bi-wollenberg.de\/wp-content\/uploads\/2016\/08\/Grundbruch_R3_06-2016.jpg\" alt=\"Grundbruch\" \/><br \/>\n<strong>Bild:<\/strong> Grundbruch aus vorangegangener Forstbewirtschaftung mit Spurtiefe \u2265 50 cm (LRT 9110), Juni 2016. Quelle: bi-wollenberg.de\/, <a href=\"http:\/\/creativecommons.org\/licenses\/by-sa\/3.0\/de\/\" target=\"_blank\">CC BY-SA 3.0<\/a><\/p>\n<p>Zu den dargebrachten Handlungsempfehlungen z\u00e4hlen der ausschlie\u00dfliche Einsatz von biologisch leicht abbaubaren Kettens\u00e4ge-, Hydraulik- und Getriebe\u00f6len sowie \u2013 bezogen auf die FFH-gesch\u00fctzten Areale der Wald-Lebensraumtypen, die im Bereich Wollenberg etwa ein Zehntel der Gesamtfl\u00e4che von 1.200\u00a0ha ausmachen \u2013 der verpflichtende Einsatz von R\u00fcckepferden. Ersteres erscheint unbedingt erforderlich, da der Einsatz schwerer Forstmaschinen pro Jahr und Hektar mit dem Verlust von 1\u00a0Liter solcher Maschinen\u00f6le im Wald verbunden ist. Letzteres ist, wie der Stellungnahme ebenfalls zu entnehmen, bei Ertragseinbu\u00dfen von unter 1 Euro pro Festmeter aus \u00f6kologischen Gr\u00fcnden durchaus vertretbar. Die R\u00fcckkehr von R\u00fcckepferden stellt zudem nichts Ungew\u00f6hnliches dar. Sie wird seit j\u00fcngerer Zeit in ausgew\u00e4hlten Forst\u00e4mtern und Naturschutzgebieten als naturvertr\u00e4gliche Forstbewirtschaftung bewusst wieder \u00f6fter praktiziert.<\/p>\n<p>Die Obere Naturschutzbeh\u00f6rde hat den Eingang unserer Stellungnahme best\u00e4tigt und pr\u00fcft derzeit, inwieweit die darin enthaltenen Vorschl\u00e4ge in die Erarbeitung des mittelfristigen Ma\u00dfnahmenplans f\u00fcr das FFH-Gebiet noch aufgenommen werden k\u00f6nnen. Gleichzeitig hat sie das Forstamt Burgwald aufgefordert, zu den von uns dargelegten Sachverhalten Stellung zu nehmen, sowie das aufsichtsf\u00fchrende Fachministerium in Wiesbaden in Kenntnis gesetzt. Die insgesamt 49 Seiten umfassende, mit einer Fotodokumentation versehene Stellungnahme kann hier abgerufenen werden: <a href=\"https:\/\/bi-wollenberg.de\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/Stellungnahme_2016-17-07.pdf\">BI-Stellungnahme im Rahmen der Erarbeitung des Ma\u00dfnahmenplans f\u00fcr das FFH-Gebiet DE 5017-305<\/a> (23,8\u00a0MB).<\/p>\n<p><strong>Bild oben:<\/strong><br \/>\nTiefe, wasserf\u00fchrende Gleise (Randbereich LRT 9110), November 2014. Quelle: bi-wollenberg.de\/,\u00a0 <a href=\"https:\/\/creativecommons.org\/licenses\/by-sa\/3.0\/de\/\">CC BY-SA 3.0<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die BI \u201eRettet den Wollenberg\u201c hat im Rahmen der Erarbeitung des mittelfristigen Ma\u00dfnahmenplans f\u00fcr das FFH-Gebiet \u201eLahnh\u00e4nge zwischen Biedenkopf und Marburg\u201c eine Stellungnahme gegen\u00fcber der Oberen Naturschutzbeh\u00f6rde beim Regierungspr\u00e4sidium Gie\u00dfen eingereicht. 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