{"id":1244,"date":"2018-01-01T18:05:15","date_gmt":"2018-01-01T16:05:15","guid":{"rendered":"http:\/\/bi-wollenberg.org\/?p=1244"},"modified":"2026-03-20T08:37:50","modified_gmt":"2026-03-20T07:37:50","slug":"erste-ergebnisse-vogelzaehlungen-im-bereich-wollenberg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/bi-wollenberg.de\/index.php\/2018\/01\/01\/erste-ergebnisse-vogelzaehlungen-im-bereich-wollenberg\/","title":{"rendered":"Erste Ergebnisse: Vogelz\u00e4hlungen im Bereich Wollenberg"},"content":{"rendered":"<p><strong>S<\/strong>eit 2015 f\u00fchrt die BI Vogelz\u00e4hlungen im Bereich Wollenberg durch. Diese basieren auf regelm\u00e4\u00dfigen Begehungen von Warzenbach aus sowie auf Befahrungen mit dem Rad aus Richtung Nordost (Wetter-Kernstadt). Bei einer etwa gleichbleibenden Anzahl von Beobachtungsstunden lassen sich bezogen auf das Beobachtungsgebiet statistische Aussagen gewinnen, von denen wir hier erste vorab vorstellen.<!--more--><\/p>\n<p>Aus den \u201eWarzenbacher\u201c Zahlen beispielsweise seien die Vogelarten Star, M\u00e4usebussard und Rotmilan herausgegriffen. W\u00e4hrend die Rotmilan-Sichtungen \u00fcber drei Jahre hinweg relativ konstant blieben, nahmen jene f\u00fcr den M\u00e4usebussard stark und jene f\u00fcr den Star dramatisch ab.<\/p>\n<p><strong>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Star\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 M\u00e4usebussard\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Rotmilan<\/strong><\/p>\n<p><strong>2015:<\/strong>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 1.844\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 211\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 136<\/p>\n<p><strong>2016:<\/strong>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 863\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 128\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 157<\/p>\n<p><strong>2017:<\/strong>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 431\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 103\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 156<\/p>\n<p>Der Star \u2013 eigentlich bekannt als Allerweltsart \u2013 gilt seit kurzem tats\u00e4chlich als bedroht. Ohne auf der Vorwarnliste zu stehen, wurde er in der aktuellen deutschlandweiten Roten Liste direkt von \u201eungef\u00e4hrdet\u201c (RL 2007) auf \u201egef\u00e4hrdet\u201c (RL 2015) hochgestuft. Als urs\u00e4chlich f\u00fcr den Bestandsr\u00fcckgang gelten fehlende Lebensr\u00e4ume mit Brutm\u00f6glichkeiten und Nahrung infolge industrieller Landwirtschaft. Der <a href=\"https:\/\/www.presseportal.de\/pm\/6347\/3758890\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Naturschutzbund Deutschland (NABU) und der Landesbund f\u00fcr Vogelschutz in Bayern (LBV)<\/a> haben die Art daher zum \u201eVogel des Jahres 2018\u201c gew\u00e4hlt.<\/p>\n<p>Doch wird der Star ebenso durch Windkraft bedroht. Das geht aus der sogenannten <a href=\"http:\/\/bioconsult-sh.de\/de\/projekte\/progress\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Progress-Studie aus dem Jahr 2016<\/a> hervor, anhand derer die Schlagopferzahlen von insgesamt 47 Windparks in Norddeutschland beziffert wurden. Demnach entfielen 71 Prozent der Kollisionsopfer auf nur f\u00fcnf Arten: Neben Feldlerche, Stockente, M\u00f6we und Ringeltaube z\u00e4hlte dazu der Star.<\/p>\n<p>Ein negativer Effekt auf Populationsniveau besteht laut Progress-Studie dar\u00fcber hinaus beim M\u00e4usebussard. Dies sei, so halten die Autoren der Untersuchung des Weiteren fest, insofern \u00fcberraschend, da der M\u00e4usebussard als h\u00e4ufigste Greifvogelart Deutschlands bisher nicht im Fokus der Diskussion \u00fcber die Windenergienutzung stand. Neben dem Rotmilan wird der M\u00e4usebussard von den Forschern daher zu den Arten gez\u00e4hlt, f\u00fcr die durch den derzeitigen Ausbaustand bereits Kollisionsraten auftreten, die zu einem Bestandsr\u00fcckgang f\u00fchren k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Doch d\u00fcrften neben industrieller Landwirtschaft und Windenergienutzung \u2013 sowie nicht auszuschlie\u00dfenden nat\u00fcrlichen Schwankungen im Bestand, die nur \u00fcber l\u00e4ngere Zeitreihen beobachtet werden k\u00f6nnen \u2013 weitere, insbesondere konkrete Vor-Ort-Faktoren f\u00fcr eine verringerte Anzahl von Sichtungen verantwortlich sein. Das zeigen zumindest die \u201eWetteraner\u201c Daten im Falle der Gro\u00dfvogelarten. In ihnen best\u00e4tigt sich zwar ein R\u00fcckgang der M\u00e4usebussard-Sichtungen um 50 Prozent im Dreijahreszeitraum, nicht aber die Zahlen eines nahezu konstanten Rotmilan-Bestands, wie die nachfolgende Abbildung zeigt.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"https:\/\/bi-wollenberg.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/Chart_Milvus.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-1248\" src=\"https:\/\/bi-wollenberg.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/Chart_Milvus-300x144.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"144\" srcset=\"https:\/\/bi-wollenberg.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/Chart_Milvus-300x144.jpg 300w, https:\/\/bi-wollenberg.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/Chart_Milvus-768x368.jpg 768w, https:\/\/bi-wollenberg.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/Chart_Milvus.jpg 1013w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Vielmehr gingen dessen Sichtung in der Befahrung aus nord\u00f6stlicher Richtung um mehr als zwei Drittel zur\u00fcck. Der Grund daf\u00fcr d\u00fcrfte \u2013 neben dem Aspekt, dass Warzenbach ohnehin eine sehr viel h\u00f6here Rotmilan-Dichte aufweist als jene im Waldrandbereich in Richtung Wetter-Kernstadt (Nordosten) \u2013 aus einem doppelten Bedingungsgef\u00fcge bestehen: Zum einen dem Bau der B252 neu; entlang des Trassenneubaus erfolgten in 2017 keine Sichtungen. Zum anderen durch industrielle Holzwirtschaft; \u00fcberall wo intensiver Holzeinschlag erfolgt, werden besetzte Horste aufgegeben und in den Folgejahren auch nicht mehr angenommen.<\/p>\n<p><strong>PS:<br \/>\n<\/strong>Wir planen, die Zahlen zusammen mit genaueren Auswertungen im Sommer 2018 zu ver\u00f6ffentlichen. F\u00fcr die \u201eWetteraner\u201c Daten zum Rotmilan im abgebildeten Chart sei mitgeteilt, dass die Datenangaben auf der Ordinate zeitbezogenen korreliert wurden. Ein Wert von 1,00 beispielsweise bedeutet, dass die Sichtung eines Rotmilans im Durchschnitt w\u00e4hrend einer Befahrung von 1 h erfolgte. Ein Wert von 0,20 hingegen indiziert, dass die Sichtung 1 Rotmilans statistisch hochgerechnet w\u00e4hrend einer Befahrung von 5 h erfolgte. Die zeitbezogene Korrelation wurde gew\u00e4hlt, um die Daten monatlich und bei unterschiedlicher Befahrungsintensit\u00e4t vergleichbar zu machen,<\/p>\n<p><strong>Bild oben:<br \/>\n<\/strong>Stare auf einem Vogelh\u00e4uschen bei Caldern. Quelle: bi-wollenberg.de\/, <a href=\"https:\/\/creativecommons.org\/licenses\/by-sa\/3.0\/de\/\">CC BY-SA 3.0<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Seit 2015 f\u00fchrt die BI Vogelz\u00e4hlungen im Bereich Wollenberg durch. Diese basieren auf regelm\u00e4\u00dfigen Begehungen von Warzenbach aus sowie auf Befahrungen mit dem Rad aus Richtung Nordost (Wetter-Kernstadt). 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