{"id":1295,"date":"2018-10-13T18:24:57","date_gmt":"2018-10-13T16:24:57","guid":{"rendered":"http:\/\/bi-wollenberg.org\/?p=1295"},"modified":"2026-03-20T08:37:49","modified_gmt":"2026-03-20T07:37:49","slug":"west-umgehung-marburgs-nicht-genehmigungsfaehig","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/bi-wollenberg.de\/index.php\/2018\/10\/13\/west-umgehung-marburgs-nicht-genehmigungsfaehig\/","title":{"rendered":"Geforderte West-Umgehung Marburgs ist nicht genehmigungsf\u00e4hig"},"content":{"rendered":"<p>Die Oberhessische Presse (Printausgabe) berichtete heute, dass die <a href=\"http:\/\/ketzerbachgesellschaft.com\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Ketzerbachgesellschaft<\/a> \u2013 die Stadtteilgemeinde der Marburger Nordstadt \u2013 eine West-Umgehung Marburgs fordert. Mit dieser k\u00f6nnten die Anwohner vor Ort von dem bereits bestehenden hohen und durch etwaige neue Wohngebiete am Oberen Rotenberg, in der Marbach und in Ockershausen weiter steigenden Verkehrsaufkommen entlastet werden. Die West-Umgehung solle im Norden als Abzweig der B\u00a062 bei Sterzhausen beginnen und im S\u00fcden nahe des Kieswerks in Niederweimar enden.<!--more--><\/p>\n<p>Die von der Oberhessischen Presse wiedergegebene Trassenf\u00fchrung (in der Karte oben rot gestrichelt) allerdings w\u00e4re nicht genehmigungsf\u00e4hig. Sie f\u00fchrte mitten durch das FFH-Gebiet \u201eLahnh\u00e4nge zwischen Biedenkopf und Marburg\u201c (oben blau schraffiert, in der Darstellung der Oberhessischen Presse unber\u00fccksichtigt). \u00dcber einen \u00e4hnlichen Fall hatte der Europ\u00e4ische Gerichtshof (<a href=\"http:\/\/curia.europa.eu\/juris\/document\/document.jsf;jsessionid=C8DFD5E9CBC590A930A4C7377FFCA079?text=&amp;docid=136145&amp;pageIndex=0&amp;doclang=DE&amp;mode=lst&amp;dir=&amp;occ=first&amp;part=1&amp;cid=341180\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Rechtssache C\u2011258\/11<\/a>) bereits im April 2013 entschieden: Demnach war das Stra\u00dfenbauprojekt zur Umgehung der irischen Stadt Galway nicht zulassungsf\u00e4hig, weil es nicht unmittelbar mit der Verwaltung eines nach der FFH-Richtlinie gesch\u00fctzten Gebietes in Verbindung stand oder dazu notwendig war. Das Urteil ist als letztinstanzliches unangreifbar und ma\u00dfgebend f\u00fcr alle FFH-Gebiete.<\/p>\n<p>Somit bliebe eine Westumfahrung Marburgs lediglich entlang und unweit der Ortschaften Michelbach, Dagobertshausen, Elnhausen, Hermershausen sowie Haddamshausen m\u00f6glich. Sie br\u00e4chte diesen jenen Verkehr, den sich die Ketzerb\u00e4cher gern entledigen wollen. Zugleich w\u00e4re auch eine solche Trassenf\u00fchrung nicht ohne FFH-Vertr\u00e4glichkeitspr\u00fcfung m\u00f6glich. Sie kreuzte zahlreiche Jagdgebiete und mehrere Kolonien der Bechsteinfledermaus, die territorial nicht genuin im FFH-Gebiet gelegen, aber dem Schutzstatut des Gebietes zuzurechnen sind. Um dem europarechtlichen Verschlechterungsverbot f\u00fcr FFH-Gebiete entgegenzuwirken, w\u00e4ren in diesem Falle zudem Summationswirkungen zu ber\u00fccksichtigen: Die Vorbelastungen f\u00fcr den Bestand der Bechsteinfledermaus im Norden durch den Neubau der B 252, insbesondere \u00f6stlich und s\u00fcd\u00f6stlich des Wollenbergs, k\u00f6nnten nicht unber\u00fccksichtigt bleiben.<\/p>\n<p><strong>Karte oben:<br \/>\n<\/strong>Geforderte West-Umgehung Marburgs und FFH-Gebiet <span class=\"st\">5017-305<\/span><br \/>\n(Kartenbasis: \u00a9 OpenStreetMap-Mitwirkende, <a href=\"https:\/\/creativecommons.org\/licenses\/by-sa\/2.0\/de\/\">CC BY-SA 2.0<\/a>)<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Oberhessische Presse (Printausgabe) berichtete heute, dass die Ketzerbachgesellschaft \u2013 die Stadtteilgemeinde der Marburger Nordstadt \u2013 eine West-Umgehung Marburgs fordert. 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