{"id":1424,"date":"2019-12-15T16:27:48","date_gmt":"2019-12-15T14:27:48","guid":{"rendered":"https:\/\/bi-wollenberg.org\/?p=1424"},"modified":"2026-03-20T08:37:05","modified_gmt":"2026-03-20T07:37:05","slug":"b-252-neu-die-freiheit-des-autoverkehrs","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/bi-wollenberg.de\/index.php\/2019\/12\/15\/b-252-neu-die-freiheit-des-autoverkehrs\/","title":{"rendered":"B 252 neu: Die Freiheit des Autoverkehrs"},"content":{"rendered":"\n<p>Am 21. Dezember 2019 erfolgt die Verkehrsfreigabe des Bauabschnitts Wetter \u2212 Lahntal-Go\u00dffelden der B&nbsp;252&nbsp;neu. Die neue Trasse bildet nicht nur einen massiven Eingriff in das Landschaftsbild, verbunden mit einem erheblichen Verlust an landwirtschaftlicher Nutzfl\u00e4che, sondern zeitigt auch merkliche Folgeprobleme. Beispielsweise steht ohne weitere Ma\u00dfnahmen des Verkehrsmanagements zu bef\u00fcrchten, dass Go\u00dffelden und Wehrda bis zur Fertigstellung des s\u00fcdlichen Teilabschnitts zur Anbindung an die B&nbsp;3 <a>\u2212<\/a> Verkehrsfreigabe <a rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\"nach erneuten Verz\u00f6gerungen (\u00f6ffnet in neuem Tab)\" href=\"https:\/\/mobil.hessen.de\/pressemitteilungen\/b-252-ortsumgehung-m%c3%bcnchhausen-wetter-lahntal-1\" target=\"_blank\">nach erneuten Verz\u00f6gerungen<\/a> voraussichtlich Ende 2024 und <a rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\"ab G\u00f6ttingen in einem weiteren Planungsprojekt (\u00f6ffnet in neuem Tab)\" href=\"https:\/\/service.hessen.de\/xbcr\/0458_U0_Massnahmenbeschreibung.pdf\" target=\"_blank\">ab G\u00f6ttingen in einem weiteren Planungsprojekt<\/a> vierspurig erfolgend \u2212 von enormem Abk\u00fcrzungsverkehr in Richtung Marburg erfasst  werden. <\/p>\n\n\n\n<p>Auch ist absehbar, dass nach Fertigstellung des n\u00f6rdlichen\nTeilabschnitts M\u00fcnchhausen \u2212 Wetter (voraussichtliche Freigabe: Fr\u00fchjahr\n2023) der Verkehr auf der Strecke insgesamt\nzunehmen wird. Bereits w\u00e4hrend der Planungsphase, seinerzeit war noch eine\nfr\u00fchere Fertigstellung anvisiert, wurde eine Zunahme des Verkehrs f\u00fcr 2020 auf\nder neuen Trasse um kumuliert 7,1&nbsp;Prozent gegen\u00fcber 2005 auf der alten\nTrasse angenommen. Ausweislich der Verkehrsprognose, hier wiedergegeben nach\nden Zahlenangaben der FFH-Vertr\u00e4glichkeitspr\u00fcfung \u201eNeubau der B&nbsp;252\/62\u201c\ndes Marburger Gutachterb\u00fcros Simon &amp; Widdig (2010), bedeutete das je nach\nbetrachtetem Streckenabschnitt Verkehrsmengen von 14.400\u221220.300\nFahrzeugen pro Tag mit einem Anteil an Schwerlastverkehr von bis zu\n24,8&nbsp;Prozent.<\/p>\n\n\n\n<p>Ob die Zahlen nicht zu moderat angesetzt sind, muss sich erweisen. Es gilt die Maxime: <a rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\"Neue Stra\u00dfen erzeugen neuen Verkehr (\u00f6ffnet in neuem Tab)\" href=\"http:\/\/www.verkehrswissenschaftler.de\/berichte\/bericht_2.htm\" target=\"_blank\">Neue Stra\u00dfen erzeugen neuen Verkehr<\/a>. Bereits jetzt ist ein hohes \u00fcberregionales Verkehrsaufkommen mit einem hohen Anteil an Schwerlastverkehr kennzeichnend f\u00fcr die B&nbsp;252. Sie bildet eine geographische Achse zwischen den Gro\u00dfr\u00e4umen Paderborn\u2212Korbach sowie Marburg\u2212Gie\u00dfen und wird in Nord-S\u00fcd-Verbindung zus\u00e4tzlich als Ausweich- und Abk\u00fcrzungsroute parallel zu den hochfrequentierten Autobahnen genutzt. Sind die weiteren Ortsumfahrungen erst fertiggestellt, k\u00f6nnte sich letztgenannter Effekt noch verst\u00e4rken. In jedem Fall aber r\u00fcckt ein intensives Mehr an Verkehr akustisch und visuell nahe heran an die im Westen der Kernstadt von Wetter und im S\u00fcden der Ortschaft Am\u00f6nau gelegenen Wohngebiete, bei gleichzeitiger \u2212 <a rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\"die optimistischen Angaben der Planer (\u00f6ffnet in neuem Tab)\" href=\"https:\/\/ec.europa.eu\/transparency\/regdoc\/rep\/3\/2012\/DE\/C-2012-3392-F1-DE-MAIN-PART-1.PDF\" target=\"_blank\">die optimistischen Angaben der Planer<\/a> seien nicht verschwiegen \u2212 Entlastung der Anlieger der alten Trasse in Form eines prognostizierten Verkehrsr\u00fcckgangs um 68\u221294&nbsp;Prozent<\/p>\n\n\n\n<p>Fauna und Flora entlang der im Endausbau 17,56 km langen Strecke sind ebenfalls von dem massiven Eingriff in die Natur betroffen. F\u00fcr Rotmilan und Turmfalke kam es, <a rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\"wie bereits berichtet (\u00f6ffnet in neuem Tab)\" href=\"https:\/\/bi-wollenberg.de\/?p=1334\" target=\"_blank\">wie bereits berichtet<\/a>, durch den Stra\u00dfenneubau zu einem Verlust von Jagdhabitaten im vorgelagerten Offenlandbereich des Wollenbergs im Nordosten. F\u00fcr andere Wildtierarten sind die konkreten Auswirkungen nur vage vorhersagbar. Insbesondere die Barrierewirkung der Trasse d\u00fcrfte negative Folgewirkungen entfalten. Im S\u00fcdabschnitt zumindest wird der Verzicht auf einen Wilddurchlass (Bauwerk 29 s\u00fcd\u00f6stlich von G\u00f6ttingen) aufgrund anstehenden Grundwassers und eines planerisch falsch konzipierten Tunnels <a rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\"im Rahmen der 4. Plan\u00e4nderung (\u00f6ffnet in neuem Tab)\" href=\"https:\/\/service.hessen.de\/xbcr\/0458_U0_Massnahmenbeschreibung.pdf\" target=\"_blank\">im Rahmen der 4. Plan\u00e4nderung<\/a> die Situation eher versch\u00e4rfen als verbessern.<\/p>\n\n\n\n<p>Tangiert von dem Bauvorhaben sind ferner die beiden Natura-2000-Gebiete vor Ort. Das FFH-Gebiet \u201eObere Lahn und Wetschaft mit Nebengew\u00e4ssern\u201c wird erheblich beeintr\u00e4chtigt. Die Trasse kreuzt die Gew\u00e4sser des Gebiets an drei Stellen: die Wollmar n\u00f6rdlich von M\u00fcnchhausen, den Treisbach im mittleren Abschnitt bei Am\u00f6nau und die Wetschaft s\u00fcdlich von G\u00f6ttingen. An allen drei Kreuzungsstellen kommt es durch zus\u00e4tzlichen Aussto\u00df von Stickstoffgasen und zus\u00e4tzliche Sedimentablagerungen zu Sch\u00e4digungen der priorit\u00e4ren Lebensraumtypen Erlen-Eschen- und Weichholzauenw\u00e4lder an Flie\u00dfgew\u00e4ssern (<a rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\"LRT *91E0 (\u00f6ffnet in neuem Tab)\" href=\"https:\/\/www.bfn.de\/lrt\/0316-typ91e0.html\" target=\"_blank\">LRT *91E0<\/a>) und Flie\u00dfgew\u00e4sser mit flutender Wasservegetation (<a rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\"LRT 3260 (\u00f6ffnet in neuem Tab)\" href=\"https:\/\/www.bfn.de\/lrt\/0316-typ3260.html\" target=\"_blank\">LRT 3260<\/a>) sowie zu Verschlechterungen f\u00fcr die im Wasser lebenden Anhang-II-Arten <a rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\"Groppe (\u00f6ffnet in neuem Tab)\" href=\"https:\/\/www.bfn.de\/themen\/natura-2000\/lebensraumtypen-arten\/arten-der-anhaenge\/fische\/cottus-gobio-linnaeus1758.html\" target=\"_blank\">Groppe<\/a> und <a rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\"Bachneunauge (\u00f6ffnet in neuem Tab)\" href=\"https:\/\/www.bfn.de\/themen\/natura-2000\/lebensraumtypen-arten\/arten-der-anhaenge\/fische\/lampetra-planeri-bloch1784.html\" target=\"_blank\">Bachneunauge<\/a>. Entsprechend <a href=\"https:\/\/ec.europa.eu\/transparency\/regdoc\/rep\/3\/2012\/DE\/C-2012-3392-F1-DE-MAIN-PART-1.PDF\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\"hat die Europ\u00e4ische Kommission (\u00f6ffnet in neuem Tab)\">hat die Europ\u00e4ische Kommission<\/a> das Bauprojekt unter Auflage der Umsetzung von Schadensbegrenzungs- und Ausgleichsma\u00dfnahmen genehmigt. Letztere sollen die negativen Auswirkungen durch die Schaffung gleichwertiger Lebensr\u00e4ume auf einer Fl\u00e4che ausgleichen, die dreimal so gro\u00df ist wie die betroffenen Areale.<\/p>\n\n\n\n<p>Das FFH-Gebiet \u201eLahnh\u00e4nge zwischen Biedenkopf und Marburg\u201c hingegen ist von dem Eingriff nicht unmittelbar betroffen, da die Trasse das Gebiet nicht durchschneidet. Dennoch besteht ein europarechtliches Einwirkungsverbot, nach dem Verschlechterungen priorit\u00e4rer Lebensr\u00e4ume und Arten nicht von au\u00dfen in ein europ\u00e4isches Schutzgebiet hineingetragen werden d\u00fcrfen. Mittelbar betroffen von dem Stra\u00dfenbauvorhaben sind zwei Kolonien der Anhang-II-Art Bechsteinfledermaus, deren Jagdhabitate teilweise au\u00dferhalb des FFH-Gebietes liegen und deren Flugkorridore auf einer L\u00e4nge von etwa drei Kilometern durch die neue Trasse zerschnitten werden. Dies sind die Kolonie Teichtannen (36 adulte Weibchen), die sich in ein Quartierzentrum Ost und West unterteilt und f\u00fcr die Funktionsbeziehungen zu einem Jagdgebiet an der Wetschaftsaue s\u00fcdlich der Kranzm\u00fchle bestehen, und die Kolonie Schwedenschanze (30 adulte Weibchen), f\u00fcr die Funktionsbeziehungen zu Jagdgebieten bei Sarnau und Niederwetter bestehen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image is-resized\"><a href=\"https:\/\/bi-wollenberg.de\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/B252neu-1024x644.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/bi-wollenberg.de\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/B252neu-1024x644.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1422\" width=\"512\" height=\"322\" srcset=\"https:\/\/bi-wollenberg.de\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/B252neu-1024x644.jpg 1024w, https:\/\/bi-wollenberg.de\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/B252neu-300x189.jpg 300w, https:\/\/bi-wollenberg.de\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/B252neu-768x483.jpg 768w, https:\/\/bi-wollenberg.de\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/B252neu.jpg 1532w\" sizes=\"auto, (max-width: 512px) 100vw, 512px\" \/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<p><strong>Abb.: Neue Trasse und Funktionsr\u00e4ume der\nBechsteinfledermaus<br>\n<\/strong>Kartengrundlage: &nbsp;\u00a9\nOpenStreetMap-Mitwirkende, <a href=\"https:\/\/creativecommons.org\/licenses\/by-sa\/2.0\/de\/\">CC BY-SA&nbsp;2.0<\/a>, Daten von <a href=\"http:\/\/www.openstreetmap.org\/\">OpenStreetMap<\/a>\n\u2013 ver\u00f6ffentlicht unter <a href=\"http:\/\/opendatacommons.org\/licenses\/odbl\/\">ODbL<\/a> \u2013 sowie Simon &amp; Widdig\n2010.<\/p>\n\n\n\n<p>Um\ninsbesondere die in unmittelbarer N\u00e4he zur Trasse gelegene Kolonie Teichtannen\nvor Beeintr\u00e4chtigugen zu sch\u00fctzen, wurden im Rahmen der\nFFH-Vertr\u00e4glichkeitspr\u00fcfung Ma\u00dfnahmen des Risikomanagements und des\nArtenschutzes erlassen. Dazu z\u00e4hlen die Aufgabe der forstlichen Nutzung im\nBereich des Quartierzentrums, die Sicherung der Quartierb\u00e4ume, die Neuanlage\nvon Quartierb\u00e4umen durch das Fr\u00e4sen von Baumh\u00f6hlen sowie die Errichtung von Schutzz\u00e4unen,\nIrritationsschutzw\u00e4nden und Leitpflanzungen. F\u00fcr beide Kolonien wurden zudem f\u00fcnf\nQuerungs- bzw. kombinierte Querungs- und Wirtschaftswegebauwerke\nerrichtet, zu denen insgesamt etwa 7&nbsp;km Leitstrukturen hinf\u00fchren. Ferner\nwurde auch ein 10j\u00e4hriges Monitoring f\u00fcr die Wirksamkeit der Ma\u00dfnahmen\nfestgeschrieben. Und schlie\u00dflich wurde die Verkehrsfreigabe des ersten Bauabschnitts\nausdr\u00fccklich an die Funktionsf\u00e4higkeit der Leiteinrichtungen und Querungsbauwerke,\nebenfalls zu erbringen durch ein Monitoring w\u00e4hrend der Vegetationsperiode 2019,\ngebunden.<\/p>\n\n\n\n<p>Doch bestehen Unw\u00e4gbarkeiten und Unsch\u00e4rfen sowohl in Form der FFH-Vertr\u00e4glichkeitspr\u00fcfung als auch im vorgeschriebenen Monitoring. Beispielsweise basiereren die Aussagen zu Aktionsr\u00e4umen und Jagdgebieten auf der Telemetrie von lediglich f\u00fcnf Bechsteinflederm\u00e4usen im Jahr 2010. Auch gelangen Kreuzpeilungen nicht in allen F\u00e4llen, sodass Aussagen \u00fcber Flugrouten partiell Annahmen darstellen. Zudem wurde der Verlust von Jagdhabitaten in Form der Rodung von Wald- und Geh\u00f6lzinseln, im Falle der Kolonie Teichtannen 1,5&nbsp;ha, nicht in Hinsicht auf die Gr\u00f6\u00dfe des Waldaktionsraumes (30,6&nbsp;ha) bezogen, sondern auf die potentiell nutzbaren Jagdgebietsfl\u00e4chen (etwa 6.000&nbsp;ha) im FFH-Gebiet insgesamt. Schlie\u00dflich kann ein Monitoring auf Basis detektorakustischer Erfassungen nur dort Aktivit\u00e4tsnachweise erbringen, wo entsprechende Detektoren aufgestellt werden. Aus wissenschaftlicher Sicht und strenggenommen m\u00fcssten die Funktionsbez\u00fcge und Querungsverl\u00e4ufe \u00fcber die Trasse durch erneute Telemetrie gewonnen werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Gegenw\u00e4rtig befindet sich nach Auskunft von Hessen Mobil ein entsprechendes Gutachten zum Monitoring noch in redaktioneller Bearbeitung. Doch liegt eine aktuelle Bewertung von Ende Oktober des Jahres vor, die uns im Vorlauf zum noch unfertigen Gutachten zugestellt wurde. In dieser knapp anderthalb Seiten umfassenden \u201eKurzbewertung der Zwischenergebnisse zu den Untersuchungen des Jahres 2019\u201c (Gutachterb\u00fcro: Simon &amp; Widdig) werden detektorakustische Erfassungen mittels des Rufaufnahmesystems Batcorder aus dem Jahr 2019 solchen aus 2017 gegen\u00fcbergestellt. Demnach wurden Rufaktivit\u00e4ten der Bechsteinfledermaus jeweils an vier alten Leitstrukturen gemessen, deren Funktion mit Fertigstellung der Trasse wegf\u00e4llt, und an f\u00fcnf zugleich als Querungshilfen neu angelegten Bauwerken (BW), allesamt Br\u00fcckenkonstruktionen \u00fcber Wirtschaftswege (BW&nbsp;17, 18, 19), \u00fcber die vormalige Landstra\u00dfe L&nbsp;3381&nbsp;alt (BW 21) oder in&nbsp; Form eines Wildtierdurchlasses (BW&nbsp;22); mit dem Ergebnis, dass die Aktivit\u00e4tszahlen an den alten Leitstrukturen um mindestens 50&nbsp;Prozent, teils um 90&nbsp;Prozent zur\u00fcckgingen, w\u00e4hrend an den neuen Querungshilfen im Wesentlichen der umgekehrte Effekt nachgewiesen wurde.<\/p>\n\n\n\n<p>Absolute\nZahlen und die genauen Messpunkte an den alten Leitstrukturen allerdings werden\nnicht genannt, sodass der Kurzbewertung selbst nicht zu entnehmen ist, warum\nein R\u00fcckgang um 50&nbsp;Prozent an mehreren Leitaltstrukturen bereits ein\nNachweis f\u00fcr eine, wie es dort hei\u00dft, \u201egeringe oder sehr geringe Aktivit\u00e4t\u201c\ndarstellt. Tats\u00e4chlich ginge eine Weiternutzung potenziell kollisionsrelevanter\nQuerungsrouten mit einem erheblichen T\u00f6tungsrisiko einher, w\u00e4re in Abh\u00e4ngigkeit\nvon der Nutzungsfrequenz und in Relation zur geringen Individuenzahl der\nKolonien schnell populationsrelevant, mithin nicht genehmigungsf\u00e4hig.\nM\u00f6glicherweise kl\u00e4rt sich dieser Widerspruch nach Vorlage des vollst\u00e4ndigen\nGutachtens. Bis dato bleibt nur der R\u00fcckgriff auf den Kurztext: Der anstehenden\nInbetriebnahme der Trasse stellt sich das Gutachterb\u00fcro nicht entgegen.\nVielmehr wird im Fazit eine insgesamt positive Wirkbilanz der\nSchadensbegrenzungsma\u00dfnahme Querungshilfen und Leitstrukturen gezogen und das\nPlazet f\u00fcr eine Verkehrsfreigabe der Trasse erteilt.<\/p>\n\n\n\n<p>In der Gesamtheit ist die Freiheit des Autoverkehrs teuer erkauft, f\u00fcr Mensch und Tier  \u2013  von den enormen Baukosten ganz zu schweigen. Gewissheiten \u00fcber die Wirksamkeit der Artenschutzma\u00dfnahmen bestehen keine. Ausgemacht scheint lediglich, dass eine neue Stra\u00dfe den Bau weiterer neuer Stra\u00dfen erfordert. Als es letzlich galt, die Gewerbegebiete der Stadt Wetter an die Neubautrasse anzubinden, machte sich jene stark f\u00fcr den Bau der K&nbsp;123, ausgerechnet durch das exterritoriale Jagdgebiet der Teichtannenkolonie-Bechsteinfledermaus. Doch auch das wird kaum ausreichen: Schon bestehen <a rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\"erste \u00dcberlegungen (\u00f6ffnet in neuem Tab)\" href=\"https:\/\/www.op-marburg.de\/Landkreis\/Nordkreis\/Buergermeisterwahl-in-Wetter-Spanka-will-einfach-mal-neu-denken\" target=\"_blank\">erste \u00dcberlegungen<\/a>, den absehbaren und an der Grundschule vorbeif\u00fchrenden Abk\u00fcrzungsverkehr \u00fcber die Am\u00f6nauer Stra\u00dfe durch die naturschutzsensible Wetschaftsaue zu f\u00fchren, in Form einer Stichstra\u00dfe von der K&nbsp;123 hin zu Wetters Einkaufszentrum. Die <a rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\"optimierte Ostvariante (\u00f6ffnet in neuem Tab)\" href=\"http:\/\/www.regioconsult-marburg.com\/index.php\/aktuelle-projekte\/73-a-44-schwarzbach-3\" target=\"_blank\">optimierte Ostvariante<\/a> \u2013 als alternativ entwickelte Mittellinie durch Weiternutzung der B 252 alt und Ostumfahrung von G\u00f6ttingen, Niederwetter und Wetter \u2013 aber war einst politisch nicht gewollt.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Hinweis:<br> <\/strong>Die im Text benannten Dokumente zum Stra\u00dfenneubau wurden zu unterschiedlichen Zeitpunkten nach dem Hessischen Umweltinformationsgesetz (HUIG) beantragt und von Hessen Mobil jeweils umgehend zugestellt. Gleichwohl k\u00f6nnen die Unterlagen an dieser Stelle aus Gr\u00fcnden des Urheberrechts nicht ver\u00f6ffentlicht werden. Die deutschen Beh\u00f6rden haben allerdings <a href=\"https:\/\/ec.europa.eu\/environment\/nature\/natura2000\/management\/docs\/Commission%20Opinion%20adopted%20DE%20C-2012-3392.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\"gegen\u00fcber der Europ\u00e4ischen Kommission (\u00f6ffnet in neuem Tab)\">gegen\u00fcber der Europ\u00e4ischen Kommission<\/a> zugesagt, detaillierte Berichte \u00fcber die Durchf\u00fchrung und \u00dcberwachung der Schadensbegrenzungs- und Ausgleichsma\u00dfnahmen der \u00d6ffentlichkeit im Internet zug\u00e4nglich zu machen. Es bleibt zu hoffen, dass dies auch f\u00fcr das Gutachten zum Fledermaus-Monitoring im Rahmen der Verkehrsfreigabe des ersten Bauabschnitts gilt und zugleich zeitnah geschieht.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Bild oben:<br>\n<\/strong>Bauwerk 17, bearbeitet von\nunbekannten Street Artists, im Oktober 2019<br>\nQuelle: bi-wollenberg.de\/, <a href=\"https:\/\/creativecommons.org\/licenses\/by-sa\/3.0\/de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">CC BY-SA 3.0<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am 21. Dezember 2019 erfolgt die Verkehrsfreigabe des Bauabschnitts Wetter \u2212 Lahntal-Go\u00dffelden der B&nbsp;252&nbsp;neu. Die neue Trasse bildet nicht nur einen massiven Eingriff in das Landschaftsbild, verbunden mit einem erheblichen Verlust an landwirtschaftlicher Nutzfl\u00e4che, sondern zeitigt auch merkliche Folgeprobleme. 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