{"id":1469,"date":"2020-06-25T23:29:57","date_gmt":"2020-06-25T21:29:57","guid":{"rendered":"https:\/\/bi-wollenberg.org\/?p=1469"},"modified":"2026-03-20T08:37:05","modified_gmt":"2026-03-20T07:37:05","slug":"neue-diskussionen-um-windkraft-im-wollenberg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/bi-wollenberg.de\/index.php\/2020\/06\/25\/neue-diskussionen-um-windkraft-im-wollenberg\/","title":{"rendered":"Neue Diskussionen um Windkraft im Wollenberg"},"content":{"rendered":"\n<p>Ein am Dienstag in der Oberhessischen Presse erschienener Artikel mit dem Titel \u201eSpanka: Windkraft am Wollenberg war gewollt\u201c (Printausgabe, 23.06.2020) hat zu zahlreichen Nachfragen gef\u00fchrt. Daher nachfolgend einige Erl\u00e4uterungen:<\/p>\n\n\n\n<p>Zun\u00e4chst: Wetters B\u00fcrgermeister Kai-Uwe Spanka hat Recht, soweit er feststellt, ein Windpark im Wollenberg sei im Oktober 2014 nicht in Ermangelung von Windh\u00f6ffigkeit gescheitert, sondern am Artenschutz. Doch wurde vor Ort auch nie gemessen, wie er in Erwiderung auf die <a href=\"https:\/\/www.bi-windkraft-wetter.de\/6-windraeder-3-investoren-1-klage\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\"BI Windkraft Wetter (\u00f6ffnet in neuem Tab)\">BI Windkraft Wetter<\/a> insinuiert, die ersteres wiederum angedeutet hatte. Vielmehr beruhten die damals errechneten Windgeschwindigkeiten allein auf Basis modellhafter Annahmen.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch waren B\u00fcrgermeister Spanka seinerzeit die dort vorkommenden besonders gesch\u00fctzten Fledermausarten ziemlich egal. Seine kuriose Aussage in Beantwortung einer <a href=\"http:\/\/linke-wetter.de\/cms\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/Antwort_Europarecht-Windpark.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\"Gro\u00dfen Anfrage gegen\u00fcber dem Parlament (\u00f6ffnet in neuem Tab)\">Gro\u00dfen Anfrage gegen\u00fcber dem Parlament<\/a> im Mai 2013, Mops- und Bechsteinfledermaus k\u00f6nnten vor dem Hintergrund der FFH-Richtlinie ihre artenschutztechnische Relevanz auch verlieren, war mit ein Grund, dass die BI \u201eRettet den Wollenberg\u201c sp\u00e4ter ein offizielles EU-Beschwerdeverfahren wegen Versto\u00dfes gegen europ\u00e4isches Recht anstrengte, in dessen Folge das Vorhaben dann aufgegeben werden musste.<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn Spanka nun den Wollenberg erneut als Standort f\u00fcr Windkraft mit den Worten preist: \u201eUnter heutigen Bedingungen insbesondere wegen einer fortgeschrittenen Technik, einer ver\u00e4nderten Gesetzgebung und mehr Wissen in der \u00d6kologie sei der Standort immer noch sehr interessant\u201c, sollte er wissen, dass sich an den europ\u00e4ischen Rechtsgrundlagen f\u00fcr das FFH-Gebiet \u201eLahnh\u00e4nge zwischen Biedenkopf und Marburg\u201c, dem die im Wollenberg gesch\u00fctzten Fledermausarten unterliegen, nichts ge\u00e4ndert hat. Ohnehin, das ist dem B\u00fcrgermeister bekannt, k\u00f6nnten \u00c4nderungen erst nach Ablauf der vorgesehenen acht Jahre G\u00fcltigkeit des Teilregionalplans Energie Mittelhessen erfolgen, den unter anderem die <a href=\"https:\/\/bi-wollenberg.de\/?p=1359\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\"Stadt Wetter gegenw\u00e4rtig mit wahrscheinlich geringer Aussicht auf Erfolg beklagt (\u00f6ffnet in neuem Tab)\">Stadt Wetter gegenw\u00e4rtig mit wahrscheinlich geringer Aussicht auf Erfolg beklagt<\/a> \u2013 sprich: nach dem 18.&nbsp;Dezember 2025.<\/p>\n\n\n\n<p>Ob sich bis dato die Gesetzgebung auf Bundesebene oder auf Basis eines Erlasses auf Landesebene derart ab\u00e4ndern lassen, sodass ein Unterlaufen der europarechtlichen Vorgaben erleichtert wird, muss sich erweisen. Die vermeintlich fortgeschrittene Technik, sie ist vor allem eine in die H\u00f6he, kann sich dann aber auch als Bumerang erweisen. Das zeigt ein Blick auf die im Rahmen der Windparkplanungen 2013 (igu 2013) angefertigte, von der Lokalpolitik in ihrer Entscheidungsfindung einst g\u00e4nzlich unber\u00fccksichtigt gebliebene Prognose \u00fcber den Schattenwurf von im Wollenberg aufzustellenden Windkraftanlagen (WKA). Damals betrug die Gesamth\u00f6he der geplanten Anlagen etwa 200 Meter und war der entsprechende Schattenwurf zu Sonnenaufgang\/Sonnenuntergang mit (idealiter) 1.423 Metern zu bemessen. Heute bereits werden WKA mit einer Gesamth\u00f6he von 260 Metern aufgestellt, deren Schattenwurf 1.850 Meter weit reicht.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><a href=\"https:\/\/bi-wollenberg.de\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/Schattenwurfprognose.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"wp-image-1422\" src=\"https:\/\/bi-wollenberg.de\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/Schattenwurfprognose.jpg\" alt=\"\" \/><\/a><\/figure>\n<p><strong>Abb.: Schattenwurfprognose f\u00fcr 6 WKA im Wollenberg mit einer Anlagenh\u00f6he von jeweils 199,1 Meter aus dem Jahr 2013 (ma\u00dfstab\u00e4hnliche Nachbildung)<\/strong><br \/>Kartengrundlage: \u00a9 OpenStreetMap-Mitwirkende, <a href=\"https:\/\/creativecommons.org\/licenses\/by-sa\/2.0\/de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">CC BY-SA 2.0<\/a>, Daten von <a href=\"http:\/\/www.openstreetmap.org\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">OpenStreetMap<\/a> \u2013 ver\u00f6ffentlicht unter <a href=\"http:\/\/opendatacommons.org\/licenses\/odbl\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">ODbL<\/a> \u2013 sowie igu 2013.<\/p>\n<p><em>Erl\u00e4uterung:<\/em> Bei klarem Himmel wird durch die Rotoren von WKA ein bewegter Schattenwurf erzeugt, der zu optischen Immissionen f\u00fchrt und auch eine erhebliche Bel\u00e4stigung mit sich bringen kann. Die immissionsschutzrechtlichen Grenzen f\u00fcr Schattenwurf d\u00fcrfen nach gegenw\u00e4rtigem Stand 30 Stunden pro Jahr und 30 Minuten pro Tag nicht \u00fcberschreiten. Nach den Planungen von 2013 wurden diese Grenzen in den bewohnten Gebieten rund um den Wollenberg nicht erreicht. Dennoch w\u00e4ren weite Gebiete der Kernstadt von Wetter sowie in den Ortsteilen Oberndorf und Warzenbach, aber auch in Sterzhausen, Brungershausen und Kernbach sowie Dautphetal-Elmshausen von Schattenwurf in H\u00f6he von 10 Stunden pro Jahr (<a href=\"https:\/\/bi-wollenberg.de\/?p=389\">teilweise auch mehr<\/a>) betroffen gewesen, ohne dass die Anwohner dar\u00fcber im Vorfeld informiert wurden.<\/p>\n<p><strong>Bild oben:<br \/>Doppelter Kollateralschaden durch zu viel Wind im Wollenberg infolge des Wintersturms 2020<\/strong><br \/>Quelle: bi-wollenberg.de\/, <a href=\"https:\/\/creativecommons.org\/licenses\/by-sa\/3.0\/de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">CC BY-SA 3.0<\/a><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein am Dienstag in der Oberhessischen Presse erschienener Artikel mit dem Titel \u201eSpanka: Windkraft am Wollenberg war gewollt\u201c (Printausgabe, 23.06.2020) hat zu zahlreichen Nachfragen gef\u00fchrt. 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