{"id":517,"date":"2014-03-13T15:34:17","date_gmt":"2014-03-13T13:34:17","guid":{"rendered":"http:\/\/bi-wollenberg.org\/?p=517"},"modified":"2026-03-20T08:40:49","modified_gmt":"2026-03-20T07:40:49","slug":"sind-200-m-hohe-wka-im-wald-alternativlos","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/bi-wollenberg.de\/index.php\/2014\/03\/13\/sind-200-m-hohe-wka-im-wald-alternativlos\/","title":{"rendered":"Sind 200 m hohe WKA im Wald alternativlos?"},"content":{"rendered":"<p>Nach den energiepolitischen Zielen der Hessischen Landesregierung sollen bis zum Jahr 2050 100 Prozent des landeseigenen Energieverbrauchs (Endenergie ohne Verkehr) aus erneuerbaren Energien gedeckt werden. Der Beitrag der Windenergie dazu \u2013 hier wiedergegeben nach den Angaben der vom Hessischen Umweltministerium unterhaltenen Website\u00a0<a href=\"http:\/\/www.energieland.hessen.de\/dynasite.cfm?dsmid=17143\" target=\"_blank\">energieland.hessen.de<\/a> \u2013 wird mit 28 Terrawattstunden pro Jahr (TWh\/a) veranschlagt.<\/p>\n<p>Konservativ kalkuliert bedeutet das, dass in Hessen 5.000 Windkraftanlagen (WKA) errichtet werden m\u00fcssten. Wird zudem die Gesamtfl\u00e4che des Landes Hessens einbezogen, w\u00e4re das Land k\u00fcnftig von Nord nach S\u00fcd und West nach Ost alle 6,6 km mit \u2013 insgesamt 500 \u2013 Windparks \u00e0 10 WKA \u00fcberzogen. Die einfach nachvollziehbaren Berechnungen dazu sind\u00a0<a href=\"http:\/\/www.bi-knoten.de\/Wieviel-Windraeder-braucht-Hessen.pdf\" target=\"_blank\">hier<\/a> dargelegt.<\/p>\n<p>Wird zudem ber\u00fccksichtigt, dass ein gro\u00dfer Teil der Landesfl\u00e4che in Form von st\u00e4dtischen und regionalen Agglomerationen, kommunalen Siedlungen sowie Verkehrsinfrastruktur in Anspruch genommen ist und f\u00fcr WKA-Standorte nicht in Frage kommt, wird die Belastung des l\u00e4ndlichen Raums plastisch: Eine Vielzahl von auf engem Raum und vorrangig im Wald errichteten 200 m hohen WKA w\u00fcrde zuk\u00fcnftig zu seinem Markenzeichen. Natur wie Kulturlandschaft w\u00fcrden unabdingbar zerst\u00f6rt. Der l\u00e4ndliche Raum verwandelte sich in eine Industrielandschaft, ohne dass Arbeitspl\u00e4tze vor Ort geschaffen w\u00fcrden.<\/p>\n<p>Ebenfalls ist bekannt, dass neben den Herstellern von WKA vor allem Baufirmen, Projektentwickler, Service-Unternehmen und Banken von Windparks profitieren. Sie erhalten, ohne ins Risiko gehen zu m\u00fcssen, \u2013 wie hier im Leitfaden\u00a0<a href=\"http:\/\/gegenwind-starnberg.de\/wp-content\/uploads\/Windpark-Flyer-Weisenheim.pdf\" target=\"_blank\">\u201eKommunale Windparks\u201c<\/a> der rheinland-pf\u00e4lzischen Ortsgemeinde Weisenheim am Berg exemplarisch vorgerechnet \u2013 97 Prozent der \u00fcber Kredite und Subventionen vorfinanzierten Erl\u00f6se. Die Windpark-Betreiber selbst hingegen spekulieren auf Wind. Hohe und langj\u00e4hrig garantierte Einspeise- und Erzeugerverg\u00fctungen sind es, die sie die Zerst\u00f6rung von Lebensr\u00e4umen und Arten zu toten Kosten verrechnen lassen.<\/p>\n<p>Der Gang der Entwicklung allerdings ist \u2013 wie so oft \u2013 nicht alternativlos. Insbesondere f\u00fcr Windkraftbef\u00fcrworter lohnt sich ein Blick auf den technologischen Fortschritt. In Fachkreisen, Technologieblogs oder auch hier auf dem digitalen Wirschaftswoche-Ableger\u00a0<a href=\"http:\/\/green.wiwo.de\/trichter-kraftwerk-us-ingenieur-baut-revolutionaere-windanlage\/\" target=\"_blank\">WiWo Green<\/a> sorgt derzeit die Trichter-Kraftwerktechnologie des US-Unternehmens Sheerwind f\u00fcr Aufsehen. K\u00e4me sie zum Einsatz, w\u00e4ren nicht nur herk\u00f6mmliche WKA \u00f6konomisch obsolet, sondern auch Windenergiestandorte im Wald \u00fcberfl\u00fcssig.<\/p>\n<h4 style=\"text-align: center;\">Demonstrationsanlage in Chaska (Minnesota)<\/h4>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"aligncenter\" alt=\"\" src=\"https:\/\/bi-wollenberg.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/SheerWind_INVELOX-640.jpg\" \/><br \/>\nDie Vorteile der Trichter-Technologie lassen sich wie folgt zusammenfassen: Sie kommt ohne einen au\u00dfenstehenden Rotor aus, ben\u00f6tigt sehr viel geringere Wind-Ausgangsgeschwindigkeiten und ist zu einem Bruchteil der Kosten herk\u00f6mmlicher WKA zu installieren. Zu eigen macht sie sich den so genannten Venturi-Effekt. Demnach erh\u00f6ht sich die Geschwindigkeit von Luft drastisch, wenn diese durch einen sich verj\u00fcngenden Hohlzylinder gef\u00fchrt wird. Ein Effekt, der aus der Einspritzd\u00fcsentechnik in entsprechenden KFZ-Motoren bekannt ist. Entsprechend wird die Luft vom oberen Zulauf bis zum inliegenden Rotor am Boden der Anlage um etwa das Vierfache becshleunigt.<\/p>\n<p>Nach\u00a0<a href=\"http:\/\/sheerwind.com\/technology\/faq-technology\" target=\"_blank\">Angaben des Herstellers<\/a> ist eine Anlage mit einer Gesamth\u00f6he von 28 m in der Lage, eine elektrische Leistung von 1,8 MW zu erzeugen. Zum Vergleich: Eine herk\u00f6mmliche WKA m\u00fcsste dazu eine Gesamth\u00f6he von 132,5 m aufweisen. Zugleich fallen\u00a0<a href=\"https:\/\/bi-wollenberg.de\/?p=389\">periodischer Schattenwurf<\/a> ebenso wie die Ausbreitung von tieffrequentem Schall (Infraschall) \u2013 letzteres durch entsprechende D\u00e4mmungsma\u00dfnahmen \u2013 weg. Auch Flederm\u00e4use und V\u00f6gel werden nicht gesch\u00e4digt, da am Einlauf keine Sogwirkung entsteht und dieser am Fu\u00df mit einem Netz abgesichert werden kann.<\/p>\n<p>In den USA beispielsweise steht die Technologie vor der Markteinf\u00fchrung. In Deutschland machte sie 200 m hohe WKA im Wald und generell \u00fcberfl\u00fcssig. Voraussetzung w\u00e4re eine rational erfolgende Energiewende \u2013 keine\u00a0<a href=\"https:\/\/bi-wollenberg.de\/?p=486\">Windkraft-Bonanza<\/a>.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nach den energiepolitischen Zielen der Hessischen Landesregierung sollen bis zum Jahr 2050 100 Prozent des landeseigenen Energieverbrauchs (Endenergie ohne Verkehr) aus erneuerbaren Energien gedeckt werden. Der Beitrag der Windenergie dazu \u2013 hier wiedergegeben nach den Angaben der vom Hessischen Umweltministerium unterhaltenen Website\u00a0energieland.hessen.de \u2013 wird mit 28 Terrawattstunden pro Jahr (TWh\/a) veranschlagt. 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