{"id":664,"date":"2014-07-25T15:33:34","date_gmt":"2014-07-25T13:33:34","guid":{"rendered":"http:\/\/bi-wollenberg.org\/?p=664"},"modified":"2026-03-20T08:40:48","modified_gmt":"2026-03-20T07:40:48","slug":"bi-veroeffentlicht-naturschutzfachliche-stellungnahme","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/bi-wollenberg.de\/index.php\/2014\/07\/25\/bi-veroeffentlicht-naturschutzfachliche-stellungnahme\/","title":{"rendered":"BI ver\u00f6ffentlicht naturschutzfachliche Stellungnahme"},"content":{"rendered":"<p>50 der namhaftesten Fledermausexperten in Deutschland sehen die dringende Notwendigkeit, die Belange des Fledermausschutzes beim Ausbau der Windkraft \u2013 insbesondere \u00fcber Wald \u2013 mehr zu beachten. Nach Einsch\u00e4tzung des Expertenkreises werden Fledermausbest\u00e4nde bei der Planung und dem Betrieb von WKA generell nicht nur nicht ausreichend untersucht und ber\u00fccksichtigt. Sondern die Experten sind sich auch dar\u00fcber einig, dass selbst artenschonende Betriebsalgorithmen Fledermausschl\u00e4ge nicht g\u00e4nzlich verhindern k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>F\u00fcr Nordamerika \u2013 eine vergleichbare Studie f\u00fcr Deutschland steht noch aus \u2013 konnte exemplarisch gezeigt werden, dass pauschale \u2013 anhand von klimatischen Bedingungen festgelegte \u2013 Abschaltalgorithmen allenfalls eine Reduktion der Schlagopferzahlen um 44\u201393\u00a0% erzielen. Bezogen auf die im vorliegenden FFH-Gebiet bestehenden Populationsgr\u00f6\u00dfen der streng gesch\u00fctzten Anhang II-Arten \u2013 die Grunddatenerhebung weist f\u00fcr die Mopsfledermaus auf Basis von Ausflugsz\u00e4hlungen am Wochenstubenquartier in Elmshausen ca. 46 adulte Weibchen (2004) und f\u00fcr die Bechsteinfledermaus im Bereich Wollenberg 32 Weibchen (2003\/04) aus \u2013 w\u00e4ren solche <em>Reduktionen<\/em> geradezu bestandsvernichtend.<!--more--><\/p>\n<p>Doch selbst anlagenspezifische Betriebsalgorithmen, die \u2013 um dem T\u00f6tungsverbot Rechnung zu tragen \u2013 f\u00fcr jeden Standort individuell ermittelt w\u00fcrden, bieten keinen positiven Ausblick. Zum einen w\u00fcrde nach dem Motto verfahren: Erst zerst\u00f6ren, dann messen. Zum anderen k\u00f6nnten standortspezifische Betriebsalgorithmen auch zu einer dauerhaften n\u00e4chtlichen Komplettabschaltung von Anfang April bis Ende Oktober f\u00fchren, mit dann ungeahnten Folgen f\u00fcr die ohnehin fragile Rentabilit\u00e4t des von den Stadtwerken Marburg geplanten Vorhabens.<\/p>\n<p>Und schlie\u00dflich, darauf macht der genannte Expertenkreis aufmerksam, besteht auch f\u00fcr anlagenspezifische Betriebsalgorithmen kein Nachweis der tats\u00e4chlichen Wirksamkeit. Standorte mit besonderer Bedeutung f\u00fcr die Fledermausfauna \u2013 wie im Wollenberg explizit gegeben \u2013 sind aus diesen Gr\u00fcnden, so der Expertenkreis, \u201e<strong>grunds\u00e4tzlich<\/strong> frei\u201c von WKA zu halten. Die BI \u201eRettet den Wollenberg\u201c weist auf diese Zusammenh\u00e4nge im Rahmen einer eingehenden naturschutzfachlichen Stellungnahme in Antwort auf den BUND Kreisverband Marburg-Biedenkopf hin.<\/p>\n<p>Dieser hat sich k\u00fcrzlich f\u00fcr die Errichtung eines Windparks im Wollenberg ausgesprochen und damit die Position des BUND auf Bundesebene, keine Windkraftanlagen in Natura 2000-Gebieten \u2013 dem Terminus technicus f\u00fcr die nach der FFH-Richtlinie ausgewiesenen Schutzgebiete \u2013 zu errichten, verlassen. Die vollst\u00e4ndige Stellungnahme der BI findet sich <a href=\"https:\/\/bi-wollenberg.de\/wp-content\/uploads\/2014\/07\/BI-Antwort_BUND-Final.pdf\">hier<\/a> (pdf).<\/p>\n<p><strong>Bild oben:<\/strong><br \/>\nBechsteinfledermaus (Myotis bechsteinii). Quelle: <a href=\"http:\/\/commons.wikimedia.org\/wiki\/File:Myotis_bechsteini.jpg\">Gilles San Martin<\/a>, <a href=\"http:\/\/creativecommons.org\/licenses\/by-sa\/2.0\/deed.en\">CC BY-SA 2.0<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>50 der namhaftesten Fledermausexperten in Deutschland sehen die dringende Notwendigkeit, die Belange des Fledermausschutzes beim Ausbau der Windkraft \u2013 insbesondere \u00fcber Wald \u2013 mehr zu beachten. Nach Einsch\u00e4tzung des Expertenkreises werden Fledermausbest\u00e4nde bei der Planung und dem Betrieb von WKA generell nicht nur nicht ausreichend untersucht und ber\u00fccksichtigt. 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